InterKommune-Seminare 2022

Ihr habt Interesse an Kommune, könnt euch aber noch nicht so richtig vorstellen, wie das Leben in Kommune aussieht? Ihr wollt in eine Gemeinschaft einsteigen oder selbst eine Kommune gründen? Ihr wollt euch informieren über gemeinsame Ökonomie und Entscheidungen im Konsens? Ihr wollt euch mit Menschen austauschen, die in Kommune leben oder darüber nachdenken?

IKS-Seminargruppe zu Gast in der Villa Locomuna. Abschlussfoto auf der Freitreppe 😉
 

Die Interkommune-Seminare könnten eure Frage beantworten: An drei Terminen laden die sechs Kommunen in der Region Kassel in diesem Jahr zu einem langen Wochenende ein, an dem ihr die Gemeinsamkeiten der Gruppen, aber auch ihre unterschiedlichen Schwerpunkte und Herausforderungen kennenlernen könnt.

In dem Seminar werden unter anderem die Themen Gemeinsame Ökonomie, Entscheidungsfindung & Konsens, Ökologie, Soziales & Kommunikation, Arbeit bzw. Tätigsein sowie unser linkes Politikverständnis behandelt. In den Workshops geben Kommunard*innen aus unterschiedlichen Kommunen ihre Erfahrungen weiter und stehen für eure Fragen zur Verfügung. Von der Kommune, in der ihr untergebracht seid, macht ihr Ausflüge zu den anderen Gemeinschaften, lernt die Gebäude und Plätze kennen.

Termine 2022

9. bis 12. Juni 2022, gASTWERKe in Escherode, Unterbringung im (eigenen) Zelt, Anmeldeschluss: 29. Mai 2022, Anmeldung: iks@gastwerke.de

15. bis 18. September 2022, Kommune Lossehof in Oberkaufungen, Unterbringung im eigenen Zelt, Anmeldeschluss: 5. September 2022, Anmeldung: iks@lossehof.de

6. bis 9. Oktober 2022, Gemeinschaft Lebensbogen in Zierenberg, Unterbringung in EZ und DZ möglich, Anmeldeschluss: 26.September 2022, Anmeldung: iks-anmeldung@lebensbogen.de 

Staffelpreise für alle Termine: 110,- € / 150,- € / 190,- €

Wir bieten das Seminar mit Preisstaffelung an. Geringverdienende zahlen einen niedrigeren Preis und von Menschen mit einem höheren Gehalt erwarten wir einen höheren Beitrag – Solidaritätsprinzip! Menschen die aus finanziellen Gründen auf eine Teilnahme verzichten müssten, können sich mit uns in Verbindung setzen und einen ermäßigten Preis aushandeln.

Das Interkommune-Seminar kann auch für feste Gruppen an weiteren Terminen gebucht werden. Infos über Konditionen und Termine:
jona.koeniges@kommune-niederkaufungen.de

Die Villa Locomuna unterzeichnet das Sofortprogramm “Gerechte1komma5”

Gemeinsam mit den anderen fünf Kommunen der Interkomm Region Kassel unterzeichnete die Villa Locomuna im Januar 2020 das “Sofortprogramm Klimagerechtigkeit”:

Die Klimakrise sozial gerecht angehen
“Die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, erfordert rasche, weitreichende und beispiellose Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft“. Zu dieser drastischen Aussage kommt der Sonderbericht „1,5 Grad globale Erwärmung“ des Weltklimarats IPCC. Die Klimapolitik der Bundesregierung ist weit davon entfernt, Veränderungen dieser Dimension
einzuleiten. Sie ignoriert, dass es kein unendliches Wachstum auf der Basis endlicher Ressourcen geben kann und dass der Wohlstand Deutschlands vielfach auf der Ausbeutung von Menschen im globalen Süden beruht.
Wir schlagen darum ein umfassendes Maßnahmenpaket vor. Diese Maßnahmen sehen wir als erste Schritte, die wir ab sofort in Richtung Klimagerechtigkeit gehen können. Dabei braucht es einen Lösungsansatz, mit dem wir nicht nur Treibhausgase einsparen, sondern die Ursachen der
Klimakrise angehen und die Gesellschaft lebenswerter, gerechter und ökologischer zu machen – für alle.” Den kompleten Text findet mensch auf Gerechte1komma5.de

Die Interkomm unterzeichnet die “Kasseler Erklärung”

Die Interkomm Region Kassel, zu der auch die Villa Locomuna gehört, ist eine der 110 Erstunterzeichner*innen der “Kasseler Erklärung”:

“Nach den großen Demonstrationen im Sommer 2019 wegen des Mordes an Walter Lübcke und anlässlich des Aufmarsches der rechtsextremen Partei „Die Rechte“ am 20. Juli 2019 in Kassel fordern die Unterzeichnenden:

Das Gefahrenpotential des rechten Terrors endlich ernst zu nehmen und konsequent zu bekämpfen!

Rechter Terror wie in Kassel, Halle und anderswo entsteht nicht isoliert. Durch den gesellschaftlichen Rechtsruck fühlen sich gewaltbereite Rechtsradikale ermutigt, ihre Gewaltphantasien in die Tat umzusetzen.
Im Bundestag, in Landes- und Kommunalparlamenten werden von AfD-Abgeordneten gezielte sprachliche Tabubrüche begangen und Begriffe verwendet, die früher allein im Neonazi-Milieu verwendet wurden. Schleichend wird so die menschenfeindliche und rassistische NS-Rhetorik wieder „salonfähig“ gemacht, nicht zuletzt auch im Internet. Durch
Aufnehmen der von rechts gesetzten Themen, wie z.B. bei der Verschärfung der Asylgesetze und durch das Mittragen des harten Kurses der EU-Abschottungspolitik, wird faktisch dieser Rhetorik in die Hände gespielt.

Ein gesellschaftliches Klima, in dem menschenverachtende Positionen nicht entschieden zurückgewiesen werden, dient letztlich als Nährboden für rechten Hass und rechte Gewalt.
Am 2. Juni 2019 – 13 Jahre nach dem Mord an Halit Yozgat durch den NSU – wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke vermutlich ebenfalls Opfer des rechtsextremen Terrors. Er hatte sich 2015 öffentlich für die Rechte von geflüchteten Menschen eingesetzt und in der Folge massive Anfeindungen erfahren und sogar Morddrohungen erhalten. Der
dringend Tatverdächtige befindet sich in Untersuchungshaft. Es wird davon ausgegangen, dass er die Tat nicht allein verübt hat, sondern auf ein funktionstüchtiges Netzwerk in Nordhessen zugreifen konnte.

Angesichts dieser Tötungsdelikte und der steigenden Gefahr durch rechten Terror in der Gesellschaft muss die Frage gestellt werden, welche Gründe bisher verhindert haben, dass aus der NSU-Mordserie und weiteren rechtsterroristischen Gewalttaten mit seit 1990 über 170 Todesopfern wirkungsvolle Lehren gezogen wurden.

Der des Mordes an Walter Lübcke verdächtige Stephan Ernst lebt seit 14 Jahren im Kasseler Stadtteil Forstfeld. Er ist polizeibekannt seit vielen Jahren in der gewaltbereiten Neonazi-Szene aktiv. Ihm wurden Straftaten sowie Verbindungen zur international tätigen Terrorgruppe „Combat 18“ nachgewiesen, und im hessischen NSU- Untersuchungsausschuss fiel sein Name ebenfalls. Er ist aber nur einer unter Vielen. Bundesweit sind wenigstens 467 verurteilte Rechtsextreme untergetaucht.

Ein breites gesellschaftliches Bündnis hat bei der Demonstration am 20. Juli 2019 gegen den Aufmarsch der Rechten in Kassel den richtigen Weg gezeigt: Die demokratischen Kräfte der Zivilgesellschaft müssen sich gemeinsam und energisch jeglicher Form von Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus entgegenstellen.

Die Unterzeichnenden fordern daher

• die aktive Unterstützung zivilgesellschaftlicher Initiativen gegen
Rechtsterrorismus durch Stadt und Landkreis Kassel und die lokalen Medien
• die konsequente Aufdeckung und Zerschlagung rechtsextremer Strukturen in Nordhessen und anderswo
• das Verbot und die Auflösung rechtsextremer Organisationen wie „Combat 18“
• die Offenlegung der Akten des hessischen Verfassungsschutzes für die
parlamentarischen Gremien
• die in Kassel ansässigen Unternehmen und die Presse auf, nachweisliche
Neonazis nicht länger durch Verschwiegenheit zu schützen

Wir stehen gemeinsam für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft!